Brandy und Weinbrand

Helle Weintrauben
Helle Weintrauben

Egal, wo auf der Welt Wein hergestellt wird – in den meisten dieser Länder wird auch die Wein­destillation betrieben, also Wein­brand hergestellt. Die inter­national bekann­testen Brandy- oder Wein­brand-Erzeugnisse sind »Cognac« und »Armagnac«, die ausschließ­lich in bestimmten Regionen Frank­reichs herge­stellt werden. Doch das Land mit der längsten Brandy-Tradition und der größte Brandy-Produzent ist Spanien mit seiner Spezialität, dem »Brandy de Jerez«. Der Deutsche Wein­brand gehört ebenfalls zu den Brandys.

  Wo kommt Brandy/Weinbrand her?

Fast überall, wo es Wein gibt, wird dieser auch mit den traditio­nellen Ver­fahren destilliert. Brandys bzw. Wein­brände gehören zu den ältesten Spirituosen der Welt und wurden wohl schon vor über 1000 Jahren hergestellt. Wein­brände – der inter­national gebräuch­liche Begriff ist Brandy – werden aus­schließ­lich aus Wein hergestellt.

In Frankreich dürfen Brandys aus Weinen der Anbau­gebiete Charente und Charente-Maritime als »Cognac« bezeichnet werden, Brandys aus der Cascogne heißen »Armagnac«. Es handelt sich dabei um geschützte Herkunfts­bezeichnungen.

In Spanien kommen 90 % der Brandys aus der Region Jerez de la Frontera und tragen die geschützte Herkunfts­bezeichnungen »Brandy de Jerez«.

In der EU ist für Brandys ein Mindest­alkohol­gehalt von 36 % vol – bei Deutschem Wein­brand 38 % vol – vorge­schrieben. Außerdem müssen sie in Eichen­holz­fässern mindestens sechs Monate gereift sein. Man darf dem Wein­brand keine Aromen oder Ethanol zusetzen, aber Zucker und Zucker­couleur sind erlaubt. Ein dunklerer Brandy ist also nicht unbedingt ein Zeichen von höherer Qualität.

Der Begriff Wein­brand darf nicht verwechselt werden mit dem Brannt­wein, welcher die durch Brennen herge­stellte Spirituosen kenn­zeichnet, die mehr als 15 % vol Alkohol haben.

  Wie wird Brandy/Weinbrand hergestellt?

Ein Weinbrand oder Brandy wird immer in einem zweifachen Brenn­verfahren in einer Brenn­blase herge­stellt. Einzige Ausnahme ist der Armagnac. Als erstes entsteht der »Raubrand«, bei dem durch Erhitzen Alkohol, Wasser und Aromen von den festen Bestand­teilen der vergorenen getrennt und mit Hilfe eines Konden­sator­rings aufge­fangen werden. Dieses erste wird ein zweites Mal gebrannt und zum »Feinbrand« veredelt. Bei diesem zweiten Brenn­vor­gang wird der wert­volle vom minder­wertigen abge­trennt und weiter­ver­arbeitet. Der Mittel­lauf ist das wasser­klare »Herzstück« des Destillats mit ca. 70 % vol Alkohol­gehalt.

Für die Reifung muss Brandy in kleinen Eichen­holz­fässern mindestens 6 Monate, in großen Fässern 1 Jahr reifen.

Der französische Cognac wird in Eichen­holz­fässern mindestens 30 Monate gelagert. Sein Mindest­alkohol­gehalt beträgt 40 % vol. Cognac gibt es in unter­schied­lichen Güte­klassen (siehe Cognac).

Der Armagnac wird nur einmal destilliert und danach für mindestens 3 Jahre in Eichen­holz­fässern gelagert. Auch er hat mindestens 40 % vol Alkohol­gehalt (siehe Armagnac).

Spanische Brandy-Herstellungsmethode »Solera«

In Spanien wird eine andere Methode zur Reifung der Brandys ange­wandt, die traditionelle »Solera«. Dieses einzig­artige und lang­wierige Ver­fahren, welches auch in der Her­stellung von Sherry ((LINK)) ange­wandt wird, beruht auf einer regel­mäßigen Vermischung von bereits gereiften Brandys, deren Fässer in über­einander­liegenden Reihen unter­schied­lichen Alters lagern. Dabei entnimmt man zuerst bis zu einem Drittel des Brandys aus der untersten, ältesten Fass­reihe. Diese fehlende Menge wird nun jeweils aus der darüber liegenden, jüngeren Fass­reihe nach­gefüllt. So geht es über mehrere Stufen (Criaderas), bis in der obersten Fass­reihe wieder neues Destillat nachge­füllt werden kann. Auf diese Weise werden Eigen­schaften und Charakter jeweils auf den nach­rücken­den Brandy übertragen.

Man unterscheidet bei »Brandy de Jerez« drei Güteklassen:

  • »Solera« reift durchschnittlich 1 ½ Jahre
  • »Solera Reserva« ist im Durchschnitt 3 Jahre alt
  • »Solera Gran Reserva« ist der edelste Brandy de Jerez, er reift mindestens 8 Jahre, aber Reife­zeiten von 10 bis 15 Jahren und länger sind nicht ungewöhnlich

  Wie servierst du Brandy/Weinbrand?

Pur wird Brandy aus bauchigen Gläsern – den Cognac­schwenkern – getrunken, die die Wärme der Hand­fläche auf den Brand über­tragen und so die Aromen des Brandy noch besser zur Ent­faltung bringen. Sollte gerade kein Cognac­schwenker zur Hand sein, kannst du auch ein Tulpen-, Whisky- oder Weinglas nehmen, das einen großen Körper und damit eine große Fläche für deine Hand hat.

In Cocktails sind gute Brandys eine sehr gern gesehene Zutat, beispiels­weise beim »Brandy Alexander« oder dem »Brandy Crusta«. Ein klassischer deutscher Long­drink mit einem Wein­brand ist der »Asbach Cola«.